Königsleiten, 6. bis 13. Februar 2016

Sieben Tage, sieben wohl gelaunte Wintersportler: Eine Woche exklusiv in Königsleiten!

(ein Reisebericht von Michael Habermann)

Schnee, Sonnenschein und gute Laune sollten nicht nur Kompensation für wilde Faschingstage zu Hause sein. Anne, Marion, die unwiderstehliche und alles organisierende Familie Wrede mit Jan, Sylvia und Uwe sowie die Wander- und Einkehrvögel Daniela und Michael, bildeten für eine Woche eine wunderbare Zweck- und Vergnügungsgemeinschaft hoch oben in den verschneiten Bergen des Almdorfes Königsleiten. Dort wurde in diesem Jahr auch die Flagge der Outdoorer gehisst.

Nicht alle wollten auf den ersten Sonnenaufgang in den Bergen am Sonntag warten. Sie fuhren schon am Freitag los, um dem großen Stau der Faschingsurlauber zu entgehen. Das gelang ihnen. Auch die Nachzügler hatten Glück: Staufreie Anreise!

Alle waren wir ab dem 6. Februar nach fast 650 Fahr-Kilometern auf 1.600 Meter Höhe im Dorferhaus in Königsleiten in der Zillertalarena eingebucht. Die großzügig geschnittene Ferienwohnung, 20 Meter vom Schlepplift, war idealer Ausgangspunkt unserer männlichen Skiprofis. Diese waren in diesem Skiurlaub, um jeden Tag neue Kilometerhöchstleistungen in Höhen- und Abfahrt nachzuweisen. Und das trotz heftiger Windverhältnisse an einzelnen Tagen auf den Höhen. Um es vorwegzunehmen: Sie haben es geschafft, sich täglich weit über 60 km die Pisten herunter gleiten zu lassen, Kurven oder Schuss zu fahren. Sie standen Schlange am Lift, was unter dem Anspruch der selbst gesteckten Kilometerabfahrtsleistung als besonders bitter erlebt wurde. Die wahren Helden des Wintersports saßen deshalb nicht nur stolz und hungrig am Abend am Tisch. Der Wunsch, die müden Knochen und gestressten Muskeln in der Waagerechten zu pflegen, war meist schon um 20 Uhr übermächtig, das Bett alternativlos.

Anne und Marion waren auf die Perfektionierung ihrer Fahrtechnik unter professioneller Anleitung fokussiert. Locker und frohgelaunt, unter dem Eindruck auch mit Holländerinnen einen erfolgreichen Skikurs als Girlsgroup absolviert zu haben, hatten die Abende dann doch noch mehr zu bieten als schmerzverzerrte, gequälte Gesichter, stöhnende Laute und müde Knochen. Es wurde die eine oder andere Flasche geleert, vorzugsweise Wasser.

Ruhm – auch der der längsten Abfahrtsleistung – ist vergänglich, aber der Hunger bleibt. Deshalb war die Küche trotz allem liebster Ort für die Zeit vor oder nach einem erfüllten Tag. Die Logistik des heimatlichen Einkaufs und des Transports wurden insbesondere unter Hilfe Uwes betagten Opel – Lastesels prächtig gelöst. Unfassbar, was der alles fassen konnte. Selbst der Reserveradkasten war press beladen. Aber es sollte tatsächlich – bis auf kleine Reste – alles gebraucht werden. Und der gegarte und gekochte Genuss war so gut, dass selbst vermeintlich ausgewiesene Vegetarier zu Genießer von Roastbeef und Wiener Schnitzel wurden. AIDA-mäßiges Frühstück und gute, abwechslungsreiche saarländische Küche am Abend (zweimal Roastbeef, zweimal Schnitzel), ließen nach diversen Happen für den ersten Hunger nach der Piste immer das Gefühl aufkommen: Es war doch etwas zu viel!

Der Brötchen-Service – per Internet bestellt – an der Haustür klappte; selbst die Barzahlung erfolgte durch Hinterlegen vor der Haustür, was einigen von uns doch eine mehr oder wenige schlaflose Nacht bescherte. Konnte man bei der Bargeldsumme Vertrauen in die Hausmitbewohner oder gar auch noch Fremde die Zugang zum Haus haben? Alles ging gut und über Körnerspitz, Kaisersemmel und Körnerhörnchen sowie Croissant war immer alles frisch wie der duftende Kaffee, der morgens durch die Wohnung zog.

Dann gab es noch einen Geburtstag zu feiern. Uwe wurde wieder mal ein Jahr älter. Statt Kerzen zum Ausblasen auf einer Torte, gab es 31 in Sahne eingelegte Heringfilets. Sie warteten mit Pellkartoffel auf die hungrigen Geburtstagsgäste. Zwei Heringe hätten am Ende weiter schwimmen können … sie gelangten nicht in die Mägen der Wintersportler. Aber ein wenig Verlust ist immer … und wer vermisst schon die zwei Heringe im Atlantik? Uwe bekam aufgrund seines bis dahin uns vermittelnden körperlichen Eindrucks das konsequent richtige Geburtstagsgeschenk: Eine Potenzbrause mit einem Kaminwurz (saarländisch Grauwurst) und einer Kuhglocke. Wir, aber vor allem Sylvia, wollten ihn die Woche glücklich sehen und er durfte ja nicht verloren gehen!

Das Ausflugsprogramm der Bretterlosen kannte nicht nur die schönen Winterwanderwege rund um Königsleiten und die tolle Terrasse bei dem Observatorium der Sterngucker. Auch Salzburg stand auf dem Programm mit einem auf der Rückfahrt arrangierten Besuch der Confisserie Reber und ihren sagenumwobenen Kugeln, die Frauen so glücklich machen: Mozartkugeln! Eine Überraschung war die Einladung von Sport Hölzel anlässlich seines 50ig jährigen Firmenjubiläums am Rosenmontag. Der Rosenmontag war damit für die im Tal gebliebenen Wandervögel gerettet: Tische eingedeckt mit vorzüglichen Rotweinen und dann gab es eine Jause und/oder ein Rinderfiletsteak. Dazu Livemusik und jede Menge alpiner Ex-Stars, die für die Skibauer auf Promotion sind. Eine tolle Einladung mit stunden langem alpenländischem Vergnügen … wir haben schön geschnorrt aber auch einen ansehnlichen Betrag als „Unkostenbeitrag“ in die Kasse geworfen! Das war es uns wert, die Atmosphäre und der Spaß am Rosenmontag.

Die leider zu spät gemachte Entdeckung unserer Ski-Männer, die ja überwiegend dann auch noch mit Sylvia und zeitweise mit Anne und Marion weibliche Begleitung im wahrsten Sinne des Wortes erfahren hatten, war eine Rosi. Rosi hat nämlich eine Schnitzelhütte mit den XXXXL Schnitzel in der Zillertalarena. Während die Jugend diese Menge einfach wegguckte, durften Sylvia und Uwe teilen – es reichte wirklich für beide. Man darf davon ausgehen, dass beim nächsten Skiurlaub Rosi früher und häufiger Gäste aus dem Kreis der Outdoorer begrüßen darf. Noch nie wurde über ein Schnitzel und seine Größe so geschwärmt.

Und klar, wenn man in der Nähe von Ellmau Ski fährt, dann ist der Bergdoktor Pflicht. Die eher ansonsten kurzen Abende wurden hier mit spannender und vorhersehbarer Unterhaltung amüsant verlängert. Uwe zeigte sich als verkappter Drehbuchautor: Keine Szene, deren Verlauf er nicht vorhersagen konnte. Es war der Abend der Rekorde: Uwe hielt bis zum Ende durch: 21:45 Uhr!

Während sich die Sonne an allen richtig oft blicken ließ, war die Nacht von Dienstag auf Mittwoch und der Tag am Mittwoch dem Schnee vorbehalten. Die Berge zeigten sich danach von ihrer atemberaubenden Seite mit vollem Winterkleid und das bis auf die Schnee beladenen Tannen im Tal. Es waren dann auch die letzten Wettereindrücke, die der Freitag als Abschied für uns bereit hielt. Sonne pur. Leichter Schneefall am Samstag machte das Adieu sagen doch erträglich. Am späten Nachmittag kamen wir von unserem Winterurlaub alle wieder wohlbehalten zu Hause an.

Hier ein paar Bilder der Veranstaltung:

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